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Vita

Geboren wurde ich auch. Und zwar in der ostwestfälischen Puddingmetropole Bielefeld. Um genauer zu sein im August des Jahres 1970.

Ich kann nicht behaupten, die 70er Jahre hätten mich besonders geprägt – außer dass ich alle ABBA-Songs kenne – auch habe ich mir keinen außergewöhnlichen Hang zu großgemusterten Tapeten oder grellen Schreifarben zugelegt.

Mit dem Lesen begann ich spät. Selbst bei Comics schaffte ich es, ganze Hefte durchzublättern und dabei die Texte in den Seifenblasen zu ignorieren, was den Geschichten sicher stets einen ganz anderen Sinn verschaffte. Das erste „richtige“ Buch, das ich las, war von Hermann Hesse „Narziss und Goldmund“. Zuvor hatte ich nur Karl May gelesen.

Mit 16 Jahren fing ich an, selbst Erzählungen und Gedichte zu schreiben, die ich im ambitionierten Freundeskreis mit ernster Miene vortrug. Dann schrieb ich Romane, die ich allerdings dem Freundeskreis vorenthielt, was dieser mir sicher bis heute dankt.

Schulisch gesehen, war ich im Fach Deutsch gerne mal durchschnittlich, so dass mich mein Lieblingslehrer am humanistisch ausgerichteten Bielefelder Gymnasium für eine der Literatur abhanden gekommene Seele halten musste, obwohl ich jedes Wort meines Lehrers noch heute im Herzen bewege und jeden seiner Ratschläge befolge.

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Abitur machte ich auf einer wirtschaftlich orientierten Schule mit gymnasialer Oberstufe, da ich mit meinen Eltern überein kam, was „Richtiges“ zu werden – allerdings ohne Studium.

Ich wurde dann was „Richtiges“. Nämlich Bankkauffrau.

Ausgeübt habe ich jene halbherzige Berufung 10 Jahre lang in einer Großbank. Schließlich schleuderte mich das Schicksal nach Frankfurt am Main, wo ich mit Wucht auf meinen späteren Ehemann prallte.

Der Aufprall ergab zwei gesunde Söhne.

Wenn man erst einmal angefangen hat, sein Genmaterial weiterzugeben, sieht man die Welt anders. Vor allem erkennt man, warum Generationen von Hausfrauen diesen Job so hassen. Warum allerdings diese Arbeit derart schlecht angesehen ist, bleibt mir bislang ein Rätsel.

Und so schreibe ich, da ich nicht anders kann.